Rosazea Glocken-Apotheke Unterlüß

Rosazea

 

Was ist eine Rosazea?

Bei der Rosazea handelt es sich um eine inzwischen sehr verbreitete, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, welche bevorzugt im Gesicht auftritt. Die Erkrankung ist durch einen schubhaften chronischen Verlauf gekennzeichnet, bei dem sich akute Krankheitsphasen und symptomfreie Phasen abwechseln.

Anfangs ist die Krankheit durch flüchtige Hautrötungen gekennzeichnet, welche später dauerhaft auftreten können. Hinzu kommen Hautveränderungen durch dauerhaft erweiterte Gefäße in der Haut, so dass zum Teil die feinen Gefäße in der Haut mit bloßem Auge sichtbar werden.

 

Abb. 1, Rötungen im Gesicht eines Rosazea-Patienten

 

Hauptsächlich betroffen durch die Rosazea sind die Wangen, Stirn, Kinn und Nasenpartien (siehe Abb.1). Je nach Stadium und Form der Erkrankung kann es im akuten Zustand zum Auftreten von Papeln und Papulopusteln kommen. Ebenfalls werden im weiteren Verlauf der Rosazea die Bildung von diffusen Wucherungen der Haut im Bereich des Bindegewebes und der Talgdrüsen im Gesicht, speziell im Bereich der Nase beobachtet. Die Wucherungen im Nasenbereich führen unbehandelt zur Bildung einer Knollennase.

Die Rosazea kann in einzelnen Krankheitsverläufen nicht nur im Gesicht auftreten sonder auch angrenzende Partien, wie Hals, Kopfhaut, Brust und Rücken betreffen. Weiterhin ist eine erhöhte Neigung zu empfindlichen und geröteten Augen zu beobachten, dabei können auch Pusteln am Lidrand vorkommen.

Die Rosazea tritt vorzugsweise bei hellen Hauttypen im Erwachsenenalter auf und betrifft dabei dreimal häufiger Frauen als Männer. Man kann die Haut von Rosazea-Patienten in zwei Hautbilder einteilen. Es gibt Patienten mit einem eher trockenen Hautzustand oder einer fettig glänzenden Haut (seborrhoisch). Die Pflege muss dem Hauttyp angepasst werden.

 

Die Ursachen der Rosazea

Bisher sind die Ursachen der Erkrankung nach wie vor nicht identifiziert. Es ist bekannt das die Haut von Betroffenen sehr überempfindlich auf verschiedene Reize reagiert und die Gefäßmotorik gestört ist (Eng- und Weitstellung der Gefäße ist aus dem Gleichgewicht). Die auslösenden Reize können sehr vielfältig sein, d.h. Kosmetika, Stress, Alkohol, Gewürze, Duftstoffe, UV-Licht und Sport können zu akuten Krankheitsschüben führen. Die typischen Gesichtsrötungen können häufig auch durch große Temperaturwechsel verursacht werden, z.B. durch kaltes oder heißes Wetter, heiße Getränke oder heiße Bäder. Auch Erkrankungen wie Bluthochdruck können Hautreaktionen hervorrufen.

Wichtig ist, dass die Haut eines Rosazea- Erkrankten sehr empfindlich ist und einer besonderen Pflege abhängig vom Hauttyp bedarf.

 

Therapie

 

Patienten mit diagnostizierter Rosazea sollten alle bekannten individuellen Auslöser meiden. Ein guter kosmetischer Schutz, angepasst an den entsprechenden Hauttyp ist wichtig. Dabei ist immer darauf zu achten, dass die unbedeckte Haut mit einem wirksamen Mittel gegen UVA- und UVB-Strahlung geschützt wird. Wasserfeste Kosmetika sollten möglichst nicht verwendet werden. Des Weiteren ist es ratsam auf Zubereitungen mit reizenden Eigenschaften, welche z.B. Menthol, Campher oder Adstringenzien enthalten zu verzichten. Wir beraten Sie dazu gerne!

 

Die Therapie der Rosazea bedarf in den akuten Phasen häufig der Behandlung mit hochwirksamen, verschreibungspflichtigen Stoffen, welche je nach Erkrankungsgrad topisch und/oder systemisch angewandt werden. Dabei ersetzt die Therapie mit verschreibungspflichtigen Substanzen nicht eine gute Basispflege.

 

 

 

Topische / äußerliche Anwendung

Systemische / innerliche Anwendung

Metronidazol (0,75-1%) in verschiedenen Grundlagen, z.B. als Gele, Cremes oder als Individualrezeptur (am häufigsten verwendet)

Tetracycline:

Erste Generation

Tetracyclin 250-1000mg pro Tag (allerdings hohe Rezidivrate nach Absetzen)

Zweite Generation

Minozyklin / Doxycyclin bessere Bioverfügbarkeit als Tetracyclin

Doxycyclin eignet sich niedrig dosiert auch für die Langzeittherapie (16 Wochen)

 

Azelainsäure (15 %) als Gel

Makrolide

Erythromycin (250-1000 mg/d), Clarithromycin (2x250 mg /d), Azithromycin für Patienten mit einer Kontraindikation für Tetracycline

5% ige Permethrin- Creme (ähnliche Effekte wie Metronidazol-Gel

Metronidazol (2x200mg/d)

1% Clindamycin reduziert Papeln, Pusteln und Knoten

 

Erythromycin / Tetracyclin in 0,5-2%igen Zubereitungen

 

Tacrolimus / Pimecrolimus (0,1 % bzw. 1%) gut wirksam bei Steroid- induzierter Rosazea

 

Tab. 1, Verschreibungspflichtige Therapieoptionen

 

Die Gabe von Glucocorticosteroiden sollte vermieden werden, da diese zwar über einen kurzen Zeitraum entzündungshemmend wirken, dann aber zu schweren Rückfällen führen können. Die Anwendung von Glucocorticosteroiden wird nur bei schwersten Verläufen mit Hautentzündungen, Knotenbildung und Allgemeinsymptomen erwogen.

 

Aufgrund der Störung der Hautfunktion durch die Erkrankung Rosazea, kommt es häufig parallel zu den Hautsymptomen zur Beeinträchtigung der Augenbefeuchtung, welches zu den bekannten Symptomen von trockenen, empfindlichen und entzündlichen Augen führt.

Für empfindliche und trockene Augen bei Rosazea-Patienten empfiehlt es sich daher befeuchtende und/oder regenerierende konservierungsmittelfreie Augentropfen zu verwenden (z.B. mit Hyaluronsäure, Dexpanthenol oder Vitamin A).

 

 

 

Stand 03/2013                                                                 Erstellt von Dr. Kristin Borchert

 

 

Quellen:

Adler, Y: Hauterkrankungen Symptome, Therapie, Beratung; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2012

AWMF online, Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Rosazea